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Turbulent – Wasserkraft, von der Natur inspiriert

STARTUP: Turbulent
Beschreibung: TURBULENT entwickelt und installiert Mikro-, Mini- und kleine Wasserkraftanlagen, die auf „Biomimikry“ basieren. Sie arbeiten mit der Natur zusammen, um saubere, zuverlässige und erschwingliche Energie für die entlegensten Gemeinschaften zu gewinnen, ohne die lokalen Ökosysteme zu beschädigen.

Ort:
Hauptquartier Europa: Antwerpen, Belgien
Labor in Europa: Hasselt, Belgien
Büro und Labor Süd Amerika: Santiago, Chile
Gegründet Von:
Jasper Verreydt und Geert Slachmuylders

 

Ich traf Geert und Jasper auf der „Hello Tomorrow“ Conference 2015 in Paris und wir unterhielten uns über „Turbulent“ und ihren Weg zum Unternehmer. Dies ist der erste Teil der Turbulent Story, über die Anfänge, die Vorteile und „dunklen Seiten“ des Unternehmer-Seins.

Wie habt Ihr diese Idee entwickelt?
Geert: Ich müsste ein Thema für meine These als Ingenieur ausdenken und habe mich schon immer für Natur interessiert. Während ich darüber nachgedacht habe, was ich tun sollte – ich war irgendwo in Ischl in Österreich – stand ich auf einer Brücke und sah hinunter und sah wie das Flusswasser an einer Brücke vorbeifloß. Hinter der Säule einer Brücke entstehen immer diese Wirbel. Anscheinend ist es so, dass man zwei Energiepotentiale hat und der Fluss benutzt den Wirbel, um sie als Wärme abzuführen.
Dies war die Inspiration. Ich dachte, wenn der Fluss dieses Prinzip nutzt, um Energie aus dem Wasser hinaus zu bekommen, dann kann ich vielleicht dieses Prinzip nutzen, um Energie aus dem Wasser in einem Generator zu gewinnen. So entstand das Projekt. Und als wir mit der Arbeit am Projekt begannen, machte ich die notwendigen Berechnungen, entwarf eine Turbine und danach machten wir eine CFD, Computer Fluid Dynamics, und bekamen Resultate und sahen, dass es machbar war. Dann begannen wir unsere Innovation in einem Labor zu bauen und nun entwickeln wir es weiter.

FUNDING:
Pre-Seed: Bootstrapping
Seed-Funding:
KIC InnoEnergy mit einem Wert von 1000.000 Euros Anfang 2015 zusätzliche Förderung von iMinds und ein Innovations Förderung der belgischen Regierung in Höhe von 50.000 Euros

PHASE (April 2016):
Im Moment hat Turbulent von ihrem Investor unter besonderen Bedingungen eine neue Förderung erhalten und hat eine größere Regierungsförderung für Innovation eingereicht. Sie suchen auch für einen Smart Investor für eine größere Wachstums-Investition.
WETTBEWERBE (soweit):
Hello Tomorrow Challenge 2015
ACCELERATORS/INCUBATORS:
Startup Chile 2015

Ihr hättet eure Idee innerhalb einer Universität oder eines Wissenschaftsprojekts entwickeln können. Warum habt ihr euch entschlossen die Universität zu verlassen und ein Startup aufzubauen?
Geert: Es gab einige Momente – Zweimal wurde mir ein PhD angeboten, so dass ich es unter Leitung der Universität hätte machen können, jedoch kannte ich einige der Professoren. Diese waren sehr akademische Leute und in der akademischen Welt wird erst die gesamte Theorie ausgearbeitet, bevor man mit dem Bauen anfängt. Einer der Professoren entwickelt seit mehr als dreizehn Jahren Formeln für Wasserkraft-Technologien und hat noch nie etwas gebaut, hat sie also nie validieren können. Dies hat mit gezeigt, dass man in der akademischen Welt keine schnellen Fortschritte macht und als ein Startup, kann ich sehr schnell vorangehen. Natürlich brauch ich zuerst Geld, jedoch muss man schnell vorangehen, das Produkt schnell auf den Markt bringen und nur Produkte entwerfen, die der Markt benötigt. Und man „über-konstruiert“ das Produkt nicht. Somit kann man sich bessern Fokussieren und es ist auch interessanter.

Ein Startup aufzubauen ist ein echtes Abenteuer und von der Außenseite scheint es etwas aufregendes zu sein. Was sind jedoch die „dunklen Seiten“ der Geschichte?

Was ist dein persönlicher Hintergrund als ein Unternehmer?
Geert: Niemand in meiner Familie ist ein Unternehmer. Ich stamme aus einer Anwaltsfamilie, was auch nützlich ist für Kontakte und alles andere. Dort kriege ich Hilfe. Die einzige Person, welche einen unternehmerischen Geist hatte, war meine Großmutter. In ihrer Jugend war sie ein Rebell, sie war in der „Resistance“ und nach dem Krieg machte sie alle möglichen Geschäfte. Ich bin so stur wie meine Großmutter und sie hat mir viel beigebracht. Ohne sie wäre ich, glaub ich, kein Unternehmer.

Dein Rat für andere Wissenschaftler, welche ein Startup aufbauen wollen?

Ihr habt euch letztes Jahre für den Startup Chile Accelerator beworben, eure Bewerbung war erfolgreich und ihr seid nach Chile gegangen aufgrund des Startup Chile Accelerators. Das klingt nach einem echten Abenteuer. Erzähl uns bitte etwas über eure Erfahrungen und eure Arbeit dort?
Geert: Wir erleben dort eine andere Kultur mit viel mehr Schreibtischarbeit. Jedoch haben wir die Umgebung gesehen und ein riesiges Potential etabliert. Nun unterhalten wir uns hier mit den Entwicklern, die Joint Ventures mit uns eingehen können und beginnen können die Turbinen mit uns zu bauen. Die meisten, mit denen wir reden, sind sehr positiv auf das Projekt zu sprechen und die meisten Entwickler sagen, dass sie noch keine Technologie für diese Art Standorte mit niedriger Fallhöhe gesehen haben, welche ökonomisch tragbar sind. Und unser Preispunkt scheint zu helfen.

Nächste Woche werden wir Turbulent Story Teil 2 publizieren und Geert wird uns mehr über seine unglaubliche Reise nach Chile und seinen Erfahrungen erzählen.

MEHR INFO

ABSTRAKT:
Turbulent lernt von der Natur und wendet das Gelernte an, um eine Turbulent Turbine zu entwerfen, welche im Prinzip eine mini Wasserkraftanlage ist. Diese Anlage würde es ihnen erlauben, Elektrizität in Regionen anzubieten, wo es sonst nie möglich oder kosteneffizient war. So haben sie eine Nische für den Wasserkraft-Sektor kreiert und diese Nische ermöglicht es, abgelegene Regionen zu elektrifizieren.

Turbulents Film:

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